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Geschichte

Aus der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Eichwalde

Versetzen wir uns zurück in das Jahr 1648; in Deutschland ist der 30jährige Krieg zu Ende gegangen und 7 Jahre später konstruierte ein Erfinder namens Hautsch eine der ersten funktionsfähigen Feuerwehrspritzen. Ein monströses Gerät, das alleine 28 Mann als Pumpenmannschaft benötigte.

Das heutige Eichwalde ist zu dieser Zeit auf den Landkarten noch als Rittergut Radeland verzeichnet, und bis um 1781 zwei Pfälzer Einwandererfamilien die ersten Erbzinsstellen auf dem heutigen Gebiet belegten, gingen noch einmal gut 100 Jahre ins Land. Inzwischen war der Druckschlauch erfunden und die ersten Schubkarrenpumpen mit einer Förderleistungen von 100 - 120 Litern in der Minute waren im Einsatz.

Radeland wechselte noch einige Male den Besitzer und gehörte zuletzt dem Holzhändler W. Rückhard zu Berlin. Dieser hatte die Absicht, auf dem Gelände eine Kolonie zu gründen und erhielt am 8. April 1890 die nachgesuchte Ansiedlungsgenehmigung. Nachdem der wertvolle Eichenbestand gefällt war, stand den regen Kaufinteresse nichts mehr im Wege, und so gründete sich noch vor der Gemeinde Eichwalde im Jahre 1892 der Siedlerverband.

Am 20.3.1893 wurde nun endlich die Gemeinde Eichwalde gegründet, Parzellierung und Bebauung schritten zügig voran, so daß auch der Schutz vor Feuer und Gefahr zu einem immer dringlicherem Anliegen wurde So hatten sich bereits am 8.8.1894 61 Männer gefunden, die zum Handeln bereit waren und die Freiwillige Feuerwehr Eichwalde gründeten. Von ihnen erklärten sich 28 zum aktiven Dienst bereit.  

Gründungsfoto der Freiwilligen Feuerwehr Eichwalde

Am 14.8.1894 wurde das Kommando der Wehr gewählt:

Oberführer Carl Otto Hoepke, stellvertretender Wehrführer Kamerad Sporleder , Zugführer Kamerad Wichers und Kamerad Neumann , Stellvertretende Zugführer Kamerad Liepelt , Kamerad Seipolt und Kamerad Behrendt.

Zu dieser Zeit begingen in Deutschland einige Feuerwehren bereits ihr 50 jähriges Jubiläum, und auch die Technik erlebte eine stürmische Entwicklung. So setzte man bereits Balanceleitern mit einer Steighöhe von 19 m ein, und Pferdebespannte Handdruckspritzen mit einer Pumpenleistung von 250 Litern in der Minute gehörten zur Ausrüstung der Feuerwehren. In Eichwalde bekam die Feuerwehr anlässlich ihrer Gründungsfeier am 7. Oktober 1894 folgende Geräte überreicht:

1 Handdruck- und Saugspritze für Pferdebespannung

1 Wasserwagen für Pferdebespannung

1 Fahrbare Wasserthieme

1 Ausziehleiter

4 Hakenleitern

28 komplette Ausrüstungen.

Die ersten Einsatzpferde wurden vom Eichwalder Fuhrgeschäft Wilhelm Gärisch und dem Kohlehändler Wiecke ( Petschner ) gestellt.

Es dauerte gar nicht lange, bis die Pferde dann schon alleine wussten, wo sie sich einzufinden hatten, wenn der Ruf nach der Feuerwehr im Ort erschallte.

Als erste Feuerprobe bekämpften die Eichwalder Kameraden einen Brand im Chemiewerk Hoherlehme. Dieser erste überörtliche Einsatz erforderte 12 Stunden angestrengter Arbeit.

Am 1. Dezember 1894 bekam die Eichwalder Feuerwehr einen neuen Wehrführer, Kamerad Sporleder übernahm das Amt des Wehrführers, da Kamerad Hoepke aus Eichwalde wegzog. Unter der Führung des Kameraden Sporleder wurde ein behelfsmäßiger Steigerturm gebaut, der aber auf polizeiliche Anordnung wieder abgerissen werden mußte, da er eine Unfallquelle darstellte.

1897 zählte die Wehr nur noch 9 aktive Kameraden und 33 passive Mitglieder sowie die Ehrenmitglieder Gemeindevorsteher a.D. Schmidt, Gemeindevorsteher Boltz und die von der Generalversammlung neu ernannten Ehrenmitglieder Graef und Grunow. Im Jahre 1898 genehmigte man den Bau eines Steigerturms auf dem Grundstück Bismarckstraße 19, und die Kosten von 497,50 M trug die Gemeinde.

Die Zahl der Mitglieder war inzwischen auf 12 angewachsen, fördernde Mitglieder zählte man sogar 105. Eine weitere große Errungenschaft stellten die im Jahr 1901 geschaffenen Flachspiegelbrunnen dar. Acht an ihrer Zahl waren über den Ort verteilt. Zum Fuhrpark der Wehr zählten inzwischen eine vierrädrige Hand-, Druck- und Saugspritze, eine zweirädrige Abprotzspritze und ein vierrädriger Wasserwagen. Nachdem Kamerad Lück kurze Zeit die Wehr führte, wurde er vom Kamerad Herrmann Engelbrecht abgelöst, und bereits im Dezember 1900 ging das Amt des Wehrleiters an Kamerad Emil Röthke über. Bis zum 1. Weltkrieg ging es in der Wehr stetig voran. Eine Schlauchwaschmaschine, ein Rauchhelm mit Luftzuführung, ein 20 Meter Rettungsschlauch und ein Sauerstoffapperat wurden im Laufe der Jahre beschafft. Am 16.10.1908 wurde der Schriftführer der Wehr, Max Ehlers, zum Ehrenmitglied ernannt.

                                                    Die Eichwalder Feuerwehr im Jahr 1908

  

Im Jahre 1913 bekam die Feuerwehr eine 21 Meter hohe Magirusleiter in ihren Bestand, die die Ausrüstung komplettierte. Noch 1955 wurde diese Leiter zur Bekämpfung eines Brandes im Schloß Königs Wusterhausen eingesetzt und erst 1962 wurde Sie außer Dienst gestellt. Im Jahre 1919 erweiterte man auch das Depot und errichtetet einen neuen Steigerturm auf dem Schulhof.

Als wenig später der erste Weltkrieg ausbrach, wurden 24 der 30 Kameraden eingezogen. Nach Beendigung des Krieges trauerte die Wehr um 4 ihrer Kameraden:

Kamerad Nickler, Kamerad Timm, Kamerad Rohloff, Kamerad Goebel.

Während der Kriegsjahre führte der Kamerad Willi Pohl die Wehr. Unter der Führung des Kameraden Röthke kämpft die Wehr gegen die Folgen des Krieges, wenn auch die Folgen nicht spurlos an der Eichwalder Feuerwehr vorbeigingen, so verstand es der aus dem Felde zurückgekehrte Kamerad Röthke doch, den Kern der Wehr zusammenzuhalten.

Am 30. Juni 1923 wurde Paul Priebe durch die Generalversammlung zum Nachfolger Röthkes gewählt. Der Kamerad Röthke starb im Alter von 48 Jahren bei einem Unfall. Er hatte in fast 25 jähriger Dienstzeit die Wehr 23 Jahre lang geführt.

Während der Dienstzeit des Kameraden Priebe hatte die Wehr mit der Inflation fertig zu werden. Zwar gab es keine neuen Anschaffungen, jedoch konnte die Wehr mit Stolz sagen, das der Bestand im vollen Umfange erhalten wurde.

Da der Kamerad Priebe durch seine Arbeit als Polizeibeamter stark überlastet war, gab er das Amt des Wehrführers wieder ab. Am 5. Juni 1926 wurde Karl Koser Wehrleiter der Eichwalder Feuerwehr.

Im Jahre 1928 setze die Motorisierung der Wehr ein. Oft und gerne stellte Kamerad Franz Feiler eines seiner Fahrzeuge zur Verfügung.

Auch das erste Kraftgerät, eine Lafettenmotorspritze mit einer Leistung von 1000 Litern in der Minute wurde 1928 in Dienst gestellt. Diese erste große Anschaffung nach Überwindung der Inflationsfolgen kostete 7500,- RM. 3000,- RM erhielt die Wehr vom Kreis Teltow, 2000,- RM vom Teltower Kreisverein, 600,- RM vom Haus- und Grundbesitzerverein, vom Siedlerverein Eichwalde 100,- RM und 100,- RM von der Courier-Siedlung.

Der Druck des Eichwalder Wasserwerkes betrug nur ca. 2 bis 2,4 Atm. Und durch die neue Spritze konnten nun auch Brände an hohen Bauwerken wirksam bekämpft werden. Im Mai brannte der vor 10 Jahren erbaute Steigerturm durch Funkenflug ab. Nach Beendigung der Löscharbeiten wurde festgestellt, daß der noch vorhandene Rest abgebrochen werden musste.

In dieser Zeit erkannte die Gemeinde, daß es notwendig war die Wehr zu motorisieren. Nach einem Entwurf von Oberfeuerwehrmann Richard Molitor wurde ein Fahrzeug, das Zug- Geräte- und Angriffswagen in sich vereinte, in Auftrag gegeben.

Die Firma Kobow in Neukölln verwirklichte den Entwurf für 5777,- RM. Aus den Reihen der Feuerwehr wurden dafür 500,- RM bereitgestellt. Der verbleibende Betrag wurde vom Kreis Teltow, der Gemeinde und Spendern finanziert.

Neue Satzungen brachte das Jahr 1929. Fortan stand die Wehr unter dem Vorsitz des Gemeindevorstehers. In Eichwalde trat der Gemeindevorsteher dieses Amt 1930 an den Gemeindevertreter Max Lehmann ab.

In der Generalversammlung vom 26.4.1930 wurde Max Lehmann zum 1. Vorsitzenden und Paul Michaelsen zum 2. Vorsitzenden gewählt.

Am 11.4.1931 übernahm Paul Michaelsen das Amt des 1. Vorsitzenden, das Amt des 2. Vorsitzenden blieb unbesetzt. An diesem Tage zählte die Wehr 38 aktive Mitglieder. Am 8. April 1933 übernahm Amts- und Gemeindevorsteher Friedrich wieder das Amt des Vorsitzenden.

Inzwischen taten 41 Feuerwehrmänner aktiven Dienst in der Wehr. 210 passive Mitglieder förderten die Wehr und 4 Ehrenmitglieder gehörten in die Reihen der Eichwalder Feuerwehr. Eine grundlegende Änderung für die Feuerwehr brachte das Jahr 1933.

Am 15.12.1933 trat das neue Gesetz über das Feuerlöschwesen in Kraft. Nach diesem Gesetz hatte in jedem Polizeibezirk eine leistungsfähige Feuerwehr zu bestehen. Diese sollte eine freiwillige Feuerwehr sein und in das Vereinsregister eingetragen werden.

Der Beschluss über den Eintrag in das Vereinsregister wurde von den Eichwalder Kameraden am 8.3.1934 gefaßt.

Eine weitere Änderung war, das alle Kameraden über 60 nicht mehr am aktiven Dienst teilnehmen durften und fortan der Altersabteilung angehörten.

Durch eigene Mittel finanzierten die Kameraden den Umbau eines Benz-Personenwagens der Platz für 6 Mann bot. Wenig später kam noch ein Packard Personenwagen nach Eichwalde, der dem Oberbrandmeister Koser zur Erfüllung seiner Aufgaben als Wehrleiter und Bezirkskommandant zur Verfügung stand.

 

 

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